Sonntag, 25. Dezember 2016

Rezension: Die Buchspringer von Mechthild Gläser

Die Buchspringer


Klappentext:

Auf Schir Khans Rücken durch das Dschungelbuch jagen, mit Goethes Werther die Hexen aus Macbeth bekämpfen und mit Elizabeth Bennet für den gut aussehenden Mr. Darcy schwärmen... Nie hätte Amy gedacht, dass sie den Figuren aus ihren Lieblingsbüchern so nah sein könnte!
Doch sie ist eine Buchspringerin, und damit ist es ihr möglich, wirklich und wahrhaftig in jede Geschichte einzutauchen, die sie schon immer einmal selbst erleben wollte. Amy testet ihre neue Fähigkeit ausgiebig - bis in der Buchwelt plötzlich gar nichts mehr so ist, wie es sein sollte.

Meine Meinung:

Die Buchspringer von Mechthild Gläser hatte ich schon lange im Auge, bis ich es mir in unserer Schulbibliothek ausgeliehen habe.
Eine Gute Entscheidung! Denn es war seit sehr langer Zeit mal wieder ein Buch mit echtem Suchtpotential. Ein Buch, dass ich praktisch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und nur so verschlungen habe.



Die Handlung spielt auf einer winzigen schottischen Insel namens Stormsay und bietet somit schon einmal eine wunderschöne Kulisse (für mich besonders, da ich sowieso ein Faible für die britischen Inseln habe) und eine heimelige Atmosphäre.

Amy, die Protagonistin des Romans, ist mir ziemlich schnell ans Herz gewachsen. Sie ist aufgeweckt, nicht auf den Kopf gefallen und lässt sich auch in ihren Ansichten und Überzeugungen nicht ohne triftigen Grund beeinflussen. Allerdings hat sie auch große Selbstzweifel und Ängste. Sie musste in ihren jungen 15 Jahren schon einiges mitmachen was sie aber nur noch menschlicher macht, da sie, wie wir alle auch, Hemmungen besitzt und sich des Öfteren hinterfragt.
Eigentlich ist Amy mit ihrer Mutter nur nach Sormsay gekommen um zu vergessen was sie in ihrer Heimatstadt Dresden gequält hat, bevor sie auf der Insel unerwartet von ihrer Großmutter über die Gabe aufgeklärt wird, die die beiden Clans, die auf der Insel leben, verbinden.
Als echter Bücherwurm ist sie natürlich sofort Feuer und Flamme dafür, in die magische Welt der Bücher eintauchen zu können. Genauso wie die anderen beiden Buchspringer auf der Insel, Betsy und Will, ist es ab sofort ihr Auftrag, die Buchwelt zu beschützen.
Und diesen nimmt sie sich auch zu Herzen. Besonders als es beginnt brenzlig zu werden und immer mehr Geschichten durcheinander gebracht werden begibt sie sich mit ihren Freunden aus der Buchwelt, insbesondere mit Goethes Werther, auf die Jagt nach dem, was da in den Geschichten herumpfuscht. An dieser Stelle möchte ich allerdings nicht zu viel vorweg nehmen, deshalb belasse ich es jetzt mal dabei.

Wie bereits erwähnt gibt es auf Stormsay noch zwei weitere Buchspringer. Sie gehören dem Clan der Macalisters an, Amy hingegen ist eine Lennox. Natürlich gibt es hier auch eine uralte Fehde zwischen den Clans,die allerdings sehr im Hintergrund bleibt und die Handlung kaum beeinflusst.
Während Amy mit Betsy immer wieder in Konflikte gerät versteht sie sich mit Will mit der Zeit immer besser und zwischen den beiden beginnt sich sogar etwas anzubahnen... ;)

Will ist ein ziemlich ruhiger Charakter dem, genau wie den anderen beiden, die Buchwelt sehr wichtig ist. Gemeinsam mit Amy macht er sich auf, dem Schrecken, der sich in der Literatur ans Werk gemacht hat, auf den Grund zu gehen.

Der Schreibstil von Mechthild Gläser ist flüssig, gut verständlich und man kann der Handlung sehr gut folgen. Sie entführt uns mit Leichtigkeit in eine Traumwelt und regt die Fantasie an, ebenfalls zwischen den Welten zu springen.
Ihr Umgang mit den Charakteren ist liebevoll, wir bekommen die Möglichkeit, zusammen mit Amy in die phantastische Welt der Worte vorzudringen und mit ihr und den Figuren mitzufiebern und mit zu rätseln, was dem ganzen noch eine Extraportion Spannung verleiht.
Trotzdem muss ich sagen, dass man das Ende trotz allem vorausahnen konnte, auch wenn ich zwischendurch doch einige andere im Verdacht hatte.
Nichtsdestotrotz war das Ende schrecklich und schön zugleich, ich musste sogar das ein oder andere Tränchen verdrücken (was ziemlich untertrieben ist).

Cover:

Das Cover gefällt mir persönlich sehr gut. Es ist in zarten Farben gehalten, was ihm die Unschuld eines Kinderbuchs verleiht. Wie so oft war auch hier das Cover der erste Anreiz dafür das Buch zu lesen.

Fazit:

Leibhaftig in die Welt der Bücher eintauchen zu können, durch unsere Lieblingsgeschichten zu streifen und unsere liebsten Charaktere treffen. Das wünscht sich doch jeder Bücherwurm.
Dieses einzigartige Erlebnis wird in diesem Roman wundervoll thematisiert und das Gefühl sehr schön eingefangen.

Bewertung:

ein klares 5-Sterne Buch

⭐⭐⭐⭐⭐



Verlag: Loewe
Seitenanzahl: 384
Gebundene Ausgabe: 17,95 EUR
Taschenbuch: 9,95 EUR

xx Moony

Bildquelle: http://www.loewe-verlag.de/_cover_media/titel/648h/7327.jpg

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